Talos Kedl. Rückwirkend ist alles logisch.

Talos Kedl ist Bildhauer, sein Material meistens Kupfer. Mit seinen organischen Skulpturen bespielt er zwei außergewöhnliche Orte: sein Atelier im Vierten und den beeindruckenden Skulpturen-Park in Markt Neuhodis. Da oder dort: Talos ist ein Erlebnis.

Ein Gespräch über den kontrollierten Zufall, Größe im Kopf und darüber, dass künstlerischer Erfolg auch mit Glück zu tun hat.

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Wann wird ein Tag für dich zu einem guten Tag?

Wenn ich nichts anderes zu tun habe als in der Werkstatt zu sein – und dort etwas weiterbringe. Wenn die innere Bauch-Zufriedenheit sagt: Du bist ein Stück weiter. Für die Werkstatt schaufle ich mir regelmäßig Zeit frei, hier bekomme ich meine Energie her. Aber es gibt als Künstler eben auch viel Anderes. Ich sage: lästiges Beiwerk. Man ist ja auch Vermarkter, Transportarbeiter. Und Partytiger sollte man auch ab und zu sein …

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Warum Kupfer?

Kupfer entspricht meinen Formen am ehesten. Es ist ein warmes Metall, die Farbwelten, die beim Schweißen entstehen, schier endlos.

Wenn die Farbe noch nicht stimmt,
helfe ich mit dem Flammenwerfer nach.
Kontrollierter Zufall, sozusagen.

Ab und zu arbeite ich aber auch mit Stein. Aber meistens stehe ich am Schweißgerät. Obwohl ich das Treiben auch gelernt habe von meinem Vater Rudolf Kedl (Anmerkung: Der war neben Alfred Hrdlicka und Wander Bertoni einer der wichtigsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts).  Deshalb bin ich ja irgendwie ein halber Autodidakt. Ich war nie auf der Akademie, habe aber von meinen Vater natürlich sehr viel gelernt.

Wann ist ein Künstler für dich ein Künstler?

Das ist jemand, der seinen Weg verfolgt. Sich vom Markt nicht beeinflussen lässt. Wo der Weg hinführt, das weiß man ja nicht. Und das ist genau das Spannende. Wenn man zurückblickt, kommt man dann auf manche Dinge drauf. Wenn man die eigene Arbeit reflektiert und erkennt, dass das dieser Einfluss ist oder jener. Oder in meinem Fall: Der Weg von den Lampen zu den Lichtobjekten, die Reliefs, dann die Skultptur.

Rückwirkend ist alles logisch.
Aber nur zwei Wochen weiterschauen,
das ist unmöglich.

Ich bin unter Künstlern aufgewachsen – bei uns in Markt Neuhodis gingen sie ein und aus. Da habe ich auch gelernt, dass es nicht immer etwas nützt, wenn man talentiert und fleißig ist. Zum Erfolg gehört auch eine Portion Glück.

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Du bist im Winter in Wien und im Sommer im Burgenland. Verändert die Umgebung deine Arbeit?

Nein, so direkt nicht. Aber im Burgenland habe ich mehr Platz. Und die Größe, die man zur Verfügung hat, die spielt sich auch im Kopf ab. Wenn man zum Beispiel immer beengt ist, dann kann man das oft spüren.

Im Burgenland passiert auch viel Austausch mit anderen Künstlern. Da organisiere ich Feste und Konzerte bei uns im Skulpturenpark. Die besten Dinge entstehen ganz spontan. Und dann improvisiert.

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Mehr über Talos‘ Arbeiten gibt’s auf www.talos-kedl.at, den Skulpturenpark auf www.skulpturenpark.at/

Termine für eine Atelierbesichtigung macht ihr euch am besten per Mail aus:
talos.kedl@brainlight.org

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